Person bezeichnet bei Viktor Frankl den geistigen Kern des Menschen, der sich zu seinen körperlichen und seelischen Gegebenheiten verhalten kann. Frankl unterschied die Person vom psychophysischen Organismus. Der Mensch hat einen Körper und eine Psyche, er geht aber nicht in ihnen auf.
Abgrenzung
Eine Diagnose beschreibt Merkmale des psychophysischen Organismus. Sie sagt, was jemand hat, nicht, wer jemand ist. Frankl hielt daran fest, daß auch hinter einer schweren Erkrankung eine Person steht, die nicht in ihr aufgeht. Er nannte diese Überzeugung sein psychiatrisches Credo.
In der Arbeit
Im Arbeitsleben schützt dieser Blick vor zwei Fehlern. Vor dem Etikett, das einen Menschen auf eine Diagnose reduziert, und vor der Annahme, eine Diagnose erkläre schon, was jemand braucht. Was ein Mensch in seiner Arbeit braucht, erfährt man von ihm, nicht aus seinem Befund.
Verwandte Begriffe
Selbsttranszendenz, Sinnerleben. Frankl hat sein Verständnis der Person in den Zehn Thesen über die Person dargelegt, abgedruckt in Ärztliche Seelsorge, dtv, 10. Auflage 2020.
