Forschung

Sinn lässt sich nicht verordnen. Aber er lässt sich ermöglichen. Das ist die Ausgangsfrage der Forschungsarbeit des WIFS. Unter welchen Bedingungen entsteht in Organisationen Sinnerleben, und was folgt daraus für Führung, Strategie und Kultur?

Die Antwort liegt nicht in Motivationstheorien oder Wellbeing-Konzepten. Sie liegt in einem präziseren Verständnis davon, was Sinn in der Praxis bedeutet.

Sinn als strukturelle Kategorie

In der Tradition der Wiener Existenzanalyse ist Sinn keine subjektive Befindlichkeit, sondern eine Wahrnehmungsleistung. Die Fähigkeit, in einer Situation das Wesentliche zu erkennen und darauf zu antworten. Das ist keine therapeutische Kategorie. Es ist eine Kompetenz.

Für Organisationen bedeutet das: Sinnkultur ist nicht die Summe individueller Zufriedenheitswerte. Sie ist die Qualität der Orientierung, die eine Organisation ihren Mitgliedern ermöglicht.

Sinn. Orientierung. Handlungsfähigkeit.

Das WIFS operationalisiert diesen Zusammenhang in einem dreistufigen Modell. Sinn ist der Ausgangspunkt. Er fragt, was zählt und warum. Orientierung ist die vermittelnde Struktur. Sie bestimmt, welche Werte und Prinzipien Entscheidungen leiten. Handlungsfähigkeit schließlich ist der Effekt, der für Organisationen zählt. Menschen, die wissen, wofür sie arbeiten, entscheiden schneller, tragen mehr Verantwortung und bleiben auch unter Druck ansprechbar.

Was wir entwickeln

Die Forschungsarbeit des WIFS zielt auf die Übertragung existenzanalytischer Grundbegriffe in organisationale Kontexte. Das betrifft Führungstheorie, Organisationskultur, Krisenresilienz und die Frage, wie Werte in Strukturen verankert werden können, ohne zu Rhetorik zu werden.

Diese Arbeit bildet die theoretische Grundlage für alles, was wir in Beratung und Bildung tun.

Aus dem Blog