Selbsttranszendenz

Selbsttranszendenz bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, über sich hinaus auf etwas oder jemanden ausgerichtet zu sein. Für Viktor Frankl ist sie ein Grundzug menschlicher Existenz. Der Mensch findet Sinn nicht in sich selbst, sondern in einer Aufgabe, einer Sache oder einem anderen Menschen.

Abgrenzung

Selbsttranszendenz ist das Gegenstück zur Selbstverwirklichung als Ziel. Frankl verglich das mit dem Auge, das nur dann sich selbst sieht, wenn es krank ist. Wer sich selbst verwirklichen will, verfehlt es. Selbstverwirklichung stellt sich ein, wenn man sich einer Aufgabe zuwendet.

In der Arbeit

Selbsttranszendenz zeigt sich, wenn Menschen bei der Sache sind statt bei sich. Bei der Qualität eines Produkts, beim Anliegen eines Kunden, beim Gelingen im Team. Organisationen fördern sie, wenn klar ist, wofür und für wen gearbeitet wird. Sie behindern sie, wenn Kennzahlen zum eigentlichen Gegenstand der Arbeit werden.

Verwandte Begriffe

Sinnerleben, Sinnquellen. In der empirischen Sinnforschung ist Selbsttranszendenz auch eine der Dimensionen, denen Tatjana Schnell die Sinnquellen zuordnet.